KARDIOLOGIE-WISSENSZENTRUM

Herzmedikamente

Die wichtigsten Medikamentengruppen, ihre Ziele, typische Kontrollen und Hinweise für eine sichere Anwendung.

Ärztliche Einordnung

Diagnostik und Behandlung werden immer an Beschwerden, Vorerkrankungen, Befunde und persönliche Risiken angepasst. Ändern Sie Medikamente nicht ohne Rücksprache.

01

ACE-Hemmer, Sartane und ARNI

Diese Wirkstoffe beeinflussen das Renin-Angiotensin-System und werden unter anderem bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und nach bestimmten Herzereignissen eingesetzt.

  • Blutdruck, Nierenfunktion und Kalium werden kontrolliert.
  • Anhaltender trockener Husten kann unter ACE-Hemmern auftreten.
  • In Schwangerschaft und bei Kinderwunsch ist eine ärztliche Umstellung erforderlich.
02

Betablocker

Betablocker senken Herzfrequenz und Blutdruck und können bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und bestimmten Rhythmusstörungen eingesetzt werden.

  • Nicht eigenständig abrupt absetzen.
  • Puls, Blutdruck, Müdigkeit und Belastbarkeit beobachten.
  • Asthma, sehr langsamer Puls oder Leitungsstörungen müssen berücksichtigt werden.
03

Thrombozytenhemmer und Antikoagulanzien

Sie vermindern die Bildung gefährlicher Blutgerinnsel, wirken jedoch an unterschiedlichen Stellen der Gerinnung und sind nicht austauschbar.

  • Indikation, Dosis und Behandlungsdauer sind individuell.
  • Vor Operationen, Zahnbehandlungen oder neuen Medikamenten immer angeben.
  • Ungewöhnliche Blutungen, schwarzer Stuhl oder neurologische Ausfälle erfordern rasche Abklärung.
04

Statine und andere Lipidsenker

Lipidsenker reduzieren LDL-Cholesterin und senken bei passender Indikation das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

  • Zielwerte richten sich nach dem gesamten kardiovaskulären Risiko.
  • Muskelschmerzen oder ausgeprägte Schwäche sollten besprochen werden.
  • Ernährung und Bewegung ergänzen die Behandlung, ersetzen sie bei hohem Risiko aber nicht immer.
05

Diuretika und SGLT2-Hemmer

Entwässernde Medikamente und SGLT2-Hemmer werden je nach Situation bei Herzinsuffizienz, Blutdruck, Ödemen, Diabetes oder Nierenschutz eingesetzt.

  • Gewicht, Blutdruck, Nierenfunktion und Elektrolyte können kontrolliert werden.
  • Bei Erbrechen, Durchfall, Fasten oder Operationen gelten besondere Regeln.
  • Schwindel, Austrocknung oder rasche Gewichtsänderung sollten gemeldet werden.
06

Antiarrhythmika

Antiarrhythmika beeinflussen die elektrische Erregung des Herzens. Auswahl und Überwachung hängen von Rhythmusstörung, Herzstruktur und Begleiterkrankungen ab.

  • EKG und Laborwerte können regelmäßig erforderlich sein.
  • Neue Medikamente und Nahrungsergänzungen wegen Wechselwirkungen angeben.
  • Ohnmacht, anhaltendes Herzrasen oder zunehmende Atemnot sind Warnzeichen.

Fachliche Quellen und weiterführende Informationen

ESC – Leitlinien für Patientinnen und PatientenEuropäische Arzneimittel-Agentur
Medizinischer Hinweis

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