KARDIOLOGIE-WISSENSZENTRUM

Schwangerschaft und Herzgesundheit

Planung, Risikoabschätzung und Betreuung vor, während und nach einer Schwangerschaft bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ärztliche Einordnung

Diagnostik und Behandlung werden immer an Beschwerden, Vorerkrankungen, Befunde und persönliche Risiken angepasst. Ändern Sie Medikamente nicht ohne Rücksprache.

01

Beratung vor der Schwangerschaft

Bei bekannter Herzkrankheit sollte das individuelle Risiko möglichst vor einer Schwangerschaft gemeinsam kardiologisch und geburtshilflich eingeschätzt werden.

  • Herzfunktion, Klappen, Rhythmus, Aorta und Belastbarkeit werden je nach Erkrankung beurteilt.
  • Medikamente werden auf Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit geprüft.
  • Bei erhöhtem Risiko kann ein spezialisiertes Pregnancy Heart Team sinnvoll sein.
02

Bluthochdruck und Präeklampsie

Bluthochdruck in der Schwangerschaft erfordert standardisierte Messungen und eine abgestimmte Überwachung von Mutter und Kind.

  • Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerz oder plötzlich zunehmende Schwellungen rasch abklären.
  • Nicht jedes Blutdruckmedikament ist in der Schwangerschaft geeignet.
  • Auch nach der Geburt sind Kontrollen wichtig, weil das spätere Herz-Kreislauf-Risiko erhöht sein kann.
03

Herzrhythmusstörungen

Herzklopfen ist in der Schwangerschaft häufig, anhaltendes Herzrasen, Ohnmacht oder ausgeprägte Atemnot müssen jedoch untersucht werden.

  • Ein EKG während der Beschwerden ist besonders hilfreich.
  • Behandlung richtet sich nach Rhythmus, Beschwerden und Kreislaufstabilität.
  • Medikamente oder Eingriffe werden nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung gewählt.
04

Herzklappenfehler und angeborene Herzfehler

Die zusätzliche Kreislaufbelastung kann je nach Klappenfehler oder angeborener Herzkrankheit unterschiedliche Auswirkungen haben.

  • Schweregrad, Lungenarteriendruck und Herzfunktion bestimmen das Risiko.
  • Kontrollintervalle und Geburtsplanung werden individuell festgelegt.
  • Endokarditisprophylaxe ist nicht pauschal, sondern nur bei klarer Indikation vorgesehen.
05

Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz

Bekannte Herzmuskelerkrankungen sowie neu auftretende Atemnot, Ödeme oder Leistungsknick benötigen eine zeitnahe fachärztliche Bewertung.

  • Eine peripartale Kardiomyopathie kann gegen Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt auftreten.
  • Gewicht, Blutdruck, Symptome und Herzfunktion werden engmaschig verfolgt.
  • Plötzliche Atemnot in Ruhe, Brustschmerz oder Ohnmacht sind Notfallzeichen.
06

Medikamente und Stillzeit

Arzneimittel dürfen nicht eigenständig abgesetzt oder begonnen werden. Wirkstoff, Dosis, Schwangerschaftsphase und Stillen werden gemeinsam betrachtet.

  • Auch frei verkäufliche Mittel und Nahrungsergänzungen angeben.
  • Einige Wirkstoffe sind kontraindiziert, andere können mit Kontrolle eingesetzt werden.
  • Bei Kinderwunsch frühzeitig einen aktuellen Medikamentenplan prüfen lassen.

Fachliche Quellen und weiterführende Informationen

ESC – Herz-Kreislauf-Erkrankungen und SchwangerschaftESC – Patientenleitlinie Schwangerschaft
Medizinischer Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung, Diagnose oder individuelle Therapieplanung.

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