Atemnot ist das Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen, Enge im Brustkorb zu spüren oder ungewöhnlich viel Kraft für die Atmung aufwenden zu müssen. Mögliche Ursachen reichen von Herzschwäche und Rhythmusstörungen bis zu Lungenkrankheiten, Blutarmut und Trainingsmangel.
Warum ist das Beschwerdemuster wichtig?
- Eine über Wochen oder Monate abnehmende Belastbarkeit kann bei Herz- oder Lungenerkrankungen auftreten.
- Atemnot, die im Liegen zunimmt und mehr Kissen erforderlich macht, kann bei Herzinsuffizienz auf eine Flüssigkeitsstauung hinweisen.
- Plötzlich einsetzende Atemnot ist bei Lungenembolie, Pneumothorax, akuter Herzinsuffizienz oder Herzinfarkt ein Notfallzeichen.
- Pfeifende Atmung und Husten sprechen eher für eine Atemwegserkrankung, können aber auch bei Herzinsuffizienz vorkommen.
- Atemnot zusammen mit Brustdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit eines koronaren Ereignisses.
Mögliche Ursachen
Diese Übersicht beschreibt mögliche Zusammenhänge; aus dem Symptom allein lässt sich keine Diagnose ableiten.
- Herzinsuffizienz, Herzklappenerkrankung, Kardiomyopathie oder koronare Durchblutungsstörung
- Vorhofflimmern und andere schnelle oder langsame Herzrhythmen
- Asthma, COPD, Lungenentzündung, Lungenembolie oder Erkrankungen des Brustfells
- Blutarmut, Schilddrüsenerkrankung, Infektion und Stoffwechselstörungen
- Übergewicht, Trainingsmangel und Schlafapnoe
- Angst und Hyperventilation; diese Erklärung sollte nicht vorschnell ohne Abklärung körperlicher Ursachen angenommen werden
Was wird ärztlich beurteilt?
- Geschwindigkeit des Beginns, auslösende Belastung und Auftreten in Ruhe
- Zunahme im Liegen, nächtliches Erwachen, Ödeme und rasche Gewichtszunahme
- Brustschmerz, Herzklopfen, Fieber, Husten und Auswurf
- Einseitige Beinschwellung, kürzliche Operation oder Reise und frühere Thrombosen
- Rauchen, berufliche Belastungen, Herz- oder Lungenerkrankungen und Medikamente
Welche Untersuchungen können erwogen werden?
Nicht jede Untersuchung ist bei jeder Person erforderlich. Die Auswahl richtet sich nach Untersuchungsbefund und klinischer Wahrscheinlichkeit.
- Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz, Puls und Blutdruck
- EKG, Röntgenaufnahme des Brustkorbs und situationsgerechte Blutuntersuchungen
- Echokardiographie und bei Verdacht auf Herzinsuffizienz natriuretische Peptide
- Lungenfunktionstest oder Schnittbildgebung des Brustkorbs
- Bei Thromboseverdacht klinische Risikobewertung, D-Dimer und geeignete Bildgebung
Was sollten Sie vor dem Termin notieren?
- Gehstrecke oder Anzahl der Treppenstufen bis zum Auftreten dokumentieren
- Benötigte Kissen und nächtliches Erwachen notieren
- Tägliches Gewicht und Knöchelschwellungen beobachten
- Puls, Blutdruck und gegebenenfalls Sauerstoffwert mit dem jeweiligen Zusammenhang notieren
- Plötzliche Verschlechterung, Brustschmerz oder einseitige Beinschwellung hervorheben
Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?
- Plötzlich einsetzende schwere Atemnot in Ruhe
- Atemnot mit Brustschmerz, Kaltschweißigkeit, Ohnmacht oder bläulicher Verfärbung
- Atemnot, die normales Sprechen verhindert
- Rosafarbener schaumiger Auswurf oder Erstickungsgefühl beim Erwachen
- Plötzliche Atemnot oder blutiger Auswurf nach einseitiger Beinschwellung
Häufig gestellte Fragen
Lässt sich erkennen, ob Atemnot vom Herzen oder von der Lunge kommt?
Das Muster liefert Hinweise, eine sichere Unterscheidung erfordert jedoch Untersuchung und gezielte Tests.
Bedeutet ein normaler Sauerstoffwert, dass keine wichtige Erkrankung vorliegt?
Nein. Bei koronarer Durchblutungsstörung, früher Herzinsuffizienz und manchen Rhythmusstörungen kann der Sauerstoffwert normal sein.
Kann mangelnde Kondition Atemnot verursachen?
Ja. Bei neuen oder zunehmenden Beschwerden sollten zunächst medizinische Ursachen beurteilt werden.
Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine Diagnose oder einen individuellen Behandlungsplan.







