SYMPTOMRATGEBER • KEINE DIAGNOSE

Herzklopfen

Mögliche Ursachen eines schnellen, unregelmäßigen oder kräftigen Herzschlags, geeignete Rhythmusaufzeichnung, Untersuchungen und Warnzeichen.

Als Herzklopfen oder Palpitationen wird die bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags bezeichnet: schnell, unregelmäßig, kräftig, stolpernd oder flatternd. Dahinter kann eine echte Herzrhythmusstörung stehen; auch eine normale Beschleunigung bei Stress, Fieber oder Blutarmut kann sich so anfühlen.

Warum ist das Beschwerdemuster wichtig?

  • Ein plötzlich beginnender und ebenso plötzlich endender regelmäßiger schneller Herzschlag kann zu einer supraventrikulären Tachykardie passen.
  • Ein völlig unregelmäßiger, über Stunden anhaltender Rhythmus kann auf Vorhofflimmern hinweisen; die Diagnose erfordert eine EKG-Aufzeichnung.
  • Einzelne kräftige Schläge oder das Gefühl einer kurzen Pause treten häufig bei Extrasystolen auf.
  • Herzklopfen unter Belastung sollte besonders bei Schwindel oder Ohnmacht zeitnah abgeklärt werden.
  • Fieber, Schmerzen, Blutarmut, Flüssigkeitsmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Schwangerschaft, Koffein, Alkohol und manche Medikamente können den normalen Sinusrhythmus beschleunigen.

Mögliche Ursachen

Diese Übersicht beschreibt mögliche Zusammenhänge; aus dem Symptom allein lässt sich keine Diagnose ableiten.

  • Vorzeitige atriale oder ventrikuläre Schläge (Extrasystolen)
  • Supraventrikuläre Tachykardie, Vorhofflattern oder Vorhofflimmern
  • Ventrikuläre Tachykardie und andere ernstere Rhythmusstörungen
  • Schilddrüsenstörung, Blutarmut, Infektion, Elektrolytverschiebung oder Unterzuckerung
  • Schlafmangel, Stress, Panik, viel Koffein oder Alkohol, Nikotin und stimulierende Substanzen
  • Bestimmte Arzneimittel, darunter manche Asthma-, Erkältungs- und Abnehmpräparate

Was wird ärztlich beurteilt?

  • Plötzlicher oder allmählicher Beginn, Dauer sowie regelmäßiges oder unregelmäßiges Empfinden
  • Pulsfrequenz, Blutdruck und begleitende Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht
  • Herzerkrankung, Schilddrüsenstörung, Blutarmut oder Schlafapnoe in der Vorgeschichte
  • Medikamente, Nahrungsergänzungen, Energydrinks und stimulierende Substanzen
  • Plötzlicher Herztod in jungem Alter, Kardiomyopathie oder erbliche Rhythmusstörung in der Familie

Welche Untersuchungen können erwogen werden?

Nicht jede Untersuchung ist bei jeder Person erforderlich. Die Auswahl richtet sich nach Untersuchungsbefund und klinischer Wahrscheinlichkeit.

  • Ein 12-Kanal-EKG während der Beschwerden ist die wertvollste Aufzeichnung
  • Bei täglichen Beschwerden Langzeit-EKG; bei seltenen Episoden Ereignisrekorder oder längerfristiges Monitoring
  • Eine Smartwatch-Aufzeichnung kann helfen, ersetzt aber nicht die ärztliche Beurteilung
  • Blutbild, Schilddrüsenwerte, Elektrolyte und weitere Laboruntersuchungen je nach Situation
  • Echokardiographie; bei ausgewählten Personen Belastungstest, Herz-MRT oder elektrophysiologische Untersuchung

Was sollten Sie vor dem Termin notieren?

  • Beginn, Dauer und plötzlichen oder allmählichen Start notieren
  • Puls 30 bis 60 Sekunden zählen und Regelmäßigkeit festhalten
  • Smartwatch-EKG möglichst als Originaldatei oder PDF speichern
  • Koffein, Alkohol, Schlafmangel, Sport und eingenommene Medikamente dokumentieren
  • Begleitende Brustschmerzen, Ohnmacht oder Atemnot ausdrücklich festhalten

Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Warten Sie nicht auf eine Online-Antwort
  • Herzklopfen mit Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht
  • Anhaltender Brustdruck, schwere Atemnot oder Kaltschweißigkeit
  • Sehr schneller Rhythmus mit deutlichem Blutdruckabfall oder Kreislaufverschlechterung
  • Herzklopfen und Bewusstlosigkeit während körperlicher Belastung
  • Neue schwere Episode bei familiär gehäuftem plötzlichem Herztod

Häufig gestellte Fragen

Ist jedes Herzklopfen eine Rhythmusstörung?

Nein. Auch ein normaler, nur schneller oder kräftiger wahrgenommener Rhythmus kann Herzklopfen verursachen.

Kann eine Smartwatch die Diagnose stellen?

Die Aufzeichnung kann nützlich sein, ist aber störanfällig und unterscheidet nicht alle Rhythmen; sie muss ärztlich beurteilt werden.

Muss ich Koffein vollständig meiden?

Beobachten Sie einen möglichen persönlichen Zusammenhang. Entscheidend ist, Rhythmusart und zugrunde liegende Ursache zu bestimmen.

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